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07-01-11 18:58 Alter: 16 yrs

VON:GH

Zigarren aus der Culturomics-Sicht

Seit der Erfindung der Druckerpresse wurden etwa 129 Millionen Bücher veröffentlicht. In wie vielen geht es eigentlich, zumindest am Rande, um Zigarren?


zigarre häufigkeitsanalyse in englisch- und deutschsprachigen Büchern
„Cigar“ und „Cigars“ in englischsprachigen Büchern. (Ein Klick auf die Grafik vergrößert diese.)


„Cigars“ ist um 1940 in deutschsprachigen Büchern häufiger vertreten als „Zigarre“. Dies könnte aber auch an der häufig verwendeten Schreibweise mit „C“ liegen.


In der Literatur findet die „Zigarre“ 1980 die häufigste Erwähnung.

Von den 129 Millionen Büchern sind rund 15 Millionen gescannt und davon wiederum 5 Millionen Bücher können nun, da der Text komplett digitalisiert wurde, durchsucht werden.

Derzeit ist zwar nur eine quantitative Suche möglich, doch deren Ergebnisse geben zumindest Hinweise darauf, welche Rolle ein bestimmtes Wort gespielt hat.

Wenn Zigarren in der Lebenswirklichkeit keine Rolle spielen, tauchen Sie auch in Texten nicht auf. Spielen Sie eine große Rolle, werden die entsprechenden Worte häufiger auftauchen.

Der geistige Urheber dieser Idee, der Mathematiker Erez Lieberman Aiden, schlägt vor, diese Häufigkeitsanalyse, analog zur Genomik, als „Culturomics“ zu bezeichnen.

Inwieweit die Methode ausreichend wissenschaftlich fundierte Ergebnisse liefert, wird sich noch zeigen. Die Anfänge jedenfalls sind schon einmal mehrere Blicke wert.

Da 72 % der Texte aus dem englischen Sprachraum stammen, sind die Ergebnisse hieraus etwas aussagekräftiger.

In englischen Büchern finden wir „cigar“ anfangs der 1920er Jahre am meisten verbreitet. In deutschsprachigen Büchern findet die „Zigarre“ um 1980 die häufigste Erwähnung.

Nächste Aufgabe könnte es sein, die Umsatzzahlen der Zigarrenindustrie mit diesen Häufigkeitsanalysen in Relation zu setzen.

 


Links:

ngrams.googlelabs.com/graph

www.sueddeutsche.de/wissen/literatur-das-buecher-genom-1.1037216

www.culturomics.org