Don Antonio González Garcia, der letzte Tabakbauer der Kanaren, hatte 2005 das Unmögliche möglich gemacht und in fünfjähriger Entwicklungszeit eine Zigarre komplett aus La Palma-Tabaken kreiert, die selbst abgeklärte Aficionados schwärmen lässt.
Dabei ist die El Mito de La Palma das Ergebnis jahrzehntelanger Berufserfahrung: 1934 in Breña Alta auf La Palma geboren, half Antonio González von Kindesbeinen an seinen Eltern bei der Feldarbeit. Dass er dabei ein ausgesprochenes Händchen für Tabakpflanzen hatte, bewies er schon mit 15 Jahren, als er fest davon überzeugt war, eine Ernte retten zu können, die sein Vater bereits aufgeben wollte.
Nach heftigen Diskussionen durfte sich der Sohn dann alleine um das Feld kümmern, jedoch auf eigenes Risiko. Sollte es mit dem Tabak nichts werden, so der Vater, müsse er als Jungbauer zu den Bewässerungskosten auch den Ausfall der Kartoffelernte bezahlen.
Antonio setzte alles daran, die Tabakpflanzen hochzuziehen und wurde mit einer hervorragenden Ernte belohnt. Sein Vater – der ebenso wie sein Großvater einst Veguero auf Kuba war – musste eingestehen, dass sein Sohn etwas vom Tabakanbau verstand.
Damals zog Antonio González auch quer über die Insel La Palma, um die Zigarren, die sein Vater und er aus eigenen Tabaken hergestellt hatten, zu verkaufen. Diese Longfiller genossen bald einen so guten Ruf, dass der kleine Kreis erlesener Kunden ständig wuchs und man schließlich Rohtabak hinzukaufen musste.
Kaum 18 Jahre alt, gründete Antonio seine eigene Zigarrenmanufaktur, die unter anderem die Marken La Nubia und Santa Cruz herstellte; noch bis vor kurzem wurden diese vom weltweit drittgrößten Tabakunternehmen JTI (Japan Tobacco International) gefertigt. Nach kurzer Zeit hatten die Zigarren von La Palma auch auf dem spanischen Festland Erfolg.
1992 sorgte Antonio González für Schlagzeilen, als er mit dem F.C. Barcelona einen exklusiven Liefervertrag abschloss. Ein Jahr später zählte auch der Athletic Club De Bilbao zu seinen exklusiven Fußballkunden.
Trotzdem ist der kleine Mann aus Breña Alta immer mit beiden Beinen auf der Erde geblieben, obwohl der Besuch des spanischen Königs Juan Carlos I. 2009 eine besondere Auszeichnung war.
Antonio González Garcia ist ein Besessener, der sein Leben dem Tabak und der Zigarre gewidmet hat. Für ihn ist der Tabakgenuss ein lebhaftes Zwiegespräch: „Eine Zigarre spricht mir Dir. Wenn sie schreit, lass’ sie etwas allein. Wenn man ihr jedes Wort aus der Nase ziehen muss, wirst Du Dich langweilen. Aber wenn die Konversation fließt, kann man sich den ganzen Abend mit ihr unterhalten.“
Don Antonio zählt zu den Menschen, die ihre Träume wahr werden lassen. Den Wunsch, eine Zigarrenfabrik zu besitzen, hatte er bereits mit 13 Jahren – fünf Jahre später setzte er sein Vorhaben in die Tat um. Und schon immer wollte er seiner Insel La Palma den Tabak zurückzugeben, auf den sich der Ruf der kanarischen Zigarren begründet. 2005 konnte Antonio González auch diesen Plan verwirklichen, indem er eine Premiumzigarre vorstellte, deren Tabake ausschließlich auf seinen Feldern auf La Palma gewachsen waren.
Nicht ohne einen gewissen Stolz spricht der Tabaquero davon, wie die Blätter in seinen Trockenschuppen ihre Feuchtigkeit abbauen, in seinen Fermentationsräumen ihre Wandlung vollziehen, um nach einer mehrjährigen Reifezeit in seiner Manufaktur zu exzellenten Premiumzigarren verarbeitet zu werden.
Der kleine große Mann der kanarischen Puro wird auf dem Stand des nationalen Distributors Woermann Cigars sein und mit diesem die El Mito de la Palma dem gehobenen Händlerkreis präsentieren. Denn mehr als ca. 60–70 Händler werden nicht in den Genuss kommen, die Zigarre anbieten zu können.