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15-08-23 09:56 Alter: 250 days

VON:GH

Zigarren-Landpartie

Kuba oder Nicht-Kuba?

Habanos oder Laura Chavin?



Entrée (Bild: Andreas Hilmer)


Die Laura-Chavin-Oase (Bild: Melanie Bockhop)


Präzision und Liebe zum Detail: Mit dem Fidibus eine Perfecto anzünden … (Bild: Olaf Linstaedt)


Jeder hat so seine Technik … (Bild: Maik Blumstock)


Es wird dem Ignoranten niemals einleuchten, dass beim Sabrieren keine Splitter oder scharfen Kanten entstehen … Schnell und hygienisch wird die Flasche geöffnet. (Bild: Mark Riemann)

Für die Besucher der Zigarren-Landpartie war das keine Frage. Da beide Welten vorhanden waren, hieß es nur: Habanos und Laura Chavin.

Bei dem Angebot von H. Upmann Half Corona, Montecristo Double Edmundo, Ramon Allones Gigantes, Laura Chavin Concours Diadema, Laura Chavin Virginy No. 3 und Laura Chavin Terre de Mythe Corona Gorda hatte man jederzeit die passende Zigarre zur Hand.

Zwei Tage vor dem Ereignis hörte der Regen auf, die Felder trockneten und die Bauern holten ihre Erntefahrzeuge hervor. Noch zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung war der gesamte Luftraum mit Erntestaub gefüllt. Passend um 15 Uhr waren die Arbeiten erledigt und der erste sabrierte Schaumweinkorken flog durch die Luft. Höchst beeindruckend war, wie viele mit nur einem Hieb den Korken samt Flaschenhals in die Luft beförderten.

Da Hof Bockhop, der Ort der Landpartie, insbesondere für seine Holunderprodukte bekannt ist, wurde in manche Gläser neben dem Schaumwein auch Holundersaft gegeben – Sekt, Holunder und dazu eine Laura Chavin Virginy

In der Ruhe liegt die Kraft. Die erfahrenen Humidor-Konsiliare Mark Riemann und Sven Jensen brachten es mit einer Laura Chavin Terre de Mythe Corona Gorda sowie einer Laura Chavin Concours Diadema immerhin auf eine 85 bzw. 75 Millimeter lange Asche. Auf Platz drei landete der Novize Paul Wendler, der mit seiner Laura Chavin Virginy No. 3 auf 70 Millimeter Asche kam.

Heftige Diskussionen gab es bei der Frage, womit man seine Zigarre anzündet. Zu einer Habanos oder Laura Chavin, also zu einer anspruchsvollen Premiumzigarre, gehört immer ein ebenso anspruchsvolles Anzünden. Und das, so meinte der Veranstalter, gehe nur mit einem Fidibus. Gesucht wurd daher, wer am elegantesten seine Zigarre anzündete. Letztlich war es Meike Martens, die mit leicht züngelnder Flamme einen kreisrunden Vollbrand produzierte und dies mit Eleganz zelebrierte.

Mit der Zigarre durch den Holunder – Hans Bockhop führte durch die Baumreihen und erklärte Anbau, Ernte, Verarbeitung und berichtete von allfälligen Belästigungen durch die Obrigkeit. Man merkte ihm an, dass Letzteres nur mit mindestens einer guten Zigarre pro Tag erträglich wird. Kein Wunder, dass auf dem Hof ein ca. 40 Quadratmeter großers Gebäude zum „Zigarrenhaus“ umgebaut wurde. Dahin kann man sich getrost zurückziehen.

Hof Bockhop ist kulinarischer Botschafter Niedersachsens – abends kamen daher all regionalen Produkte auf den Tisch, die das Herz von Niedersachsen zu bieten hat.

Zu all dem ein Rum, der seinesgleichen sucht. Geschmeidig, süffig, bekömmlich …

So nimmt es denn nicht Wunder, dass die letzten Rauchwolken erst weit nach Mitternacht in den Himmel stiegen.