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09-02-22 09:08 Alter: 185 days

VON:GH

Abstecher nach Santo Domingo

Berlins Zigarrenhändler Maximilian Herzog tourt durch die Manufakturen, in denen die besten Zigarren gerollt werden.

Aus der Dominikanischen Republik berichtet er:



José Matias Maragoto (re.) mit seinem Bruder


Saal in der Manufaktur – wegen Covid ist nur jeder zweite Platz besetzt.


Maschinenhilfe beim Entrippen


Das Deckblatt wird bei einigen Zigarren mithilfe einer Überrollmaschine aufgebracht.


Pressstock – für eine gute Form


Das Trockenlager


Die eigene Kistenprodution


Für manche Besucher werden individuelle Zigarren gerollt.


Abendessen in einem TOP-Restaurant gegenüber dem für Columbus´Sohn erbauten Palast. (Alle Bilder: Maximilian Herzog)

Zu den großen Zigarrenhotspots gehört auch die Dominikanische Republik. Bekannt sind die großen Produktionszentren von La Romana und Santiago de los Caballeros. Auch in der nach wie vor bezaubernden Hauptstadt Santo Domingo gibt es eine wichtige Manufaktur. Es ist das Reich des gebürtigen Kubaners José Matias Maragoto.

Großabnehmer dieser Manufaktur ist Heinrich Villiger. In Santo Domingo werden u. a. seine Marken Bock, Villiger 1888, Villiger 1492, Corrida (Dom. Rep.) produziert, neben Ynclan, Cortes, Villa Dominica und diversen private labels. Villiger lässt seit 1998 hier produzieren. Von den rund 8 Millionen gerollten Zigarren (covidbedingt sind es derzeit nur 3,5 Mio.) pro Jahr, gehen zur Zeit 2,6 Mio. an Villiger.

Die Manufaktur beschäftigt auf rund zehntausend Quadratmetern (sie ist die größte in Santo Domingo) rund 200 Mitarbeiter, davon sind rund 100 Torcedoras.

Das 1996 gegründete Unternehmen entsprang einem Seelenwunsch von Maragoto. Impulsgeber war ein mit kubanischem Tabak lebender und kubanischen Tabak liebender Onkel. Maragoto selbst lebt, sagt er, heute glücklich mit dem Tabak. Seine Provenienzen umfassen weite Bereiche Amerikas: Neben den Blättern aus der Dom. Rep. auch Peru, Nicaragua, Mexiko, Ecuador plus indonesische Tabake.

Mit einer solchen Vielfalt, meint Maragoto, lassen sich wunderbare Mischungen herstellen. Zur Manufaktur gehört auch eine Rollerschule. Von den jeweils 100 neu aufgenommenen Schülern schließen aber nur etwa 15 die Schule ab.

Das Unternehmen blüht, obwohl auch hier Covid seine Krallen gezeigt hat – musste doch das Werk im letzten Jahr für eineinhalb Monate ganz geschlossen werden. Und heute sind nur 50 % der Plätze belegt.

Das Geheimnis des raschen Aufstiegs, so meint der stolze Besitzer, sind Qualität, Konstanz und Effizienz. Wichtig ist auch, dass die Kisten im Werk selbst hergestellt werden.

Mir selbst ist beim Rundgang durch das Werk die Sauberkeit und vor allem auch die gute und konzentrierte Arbeitsmentalität aufgefallen.

Über die Zukunft der Premiumzigarren muss sich nach Maragoto niemand Sorgen machen. Der Nachwuchs an Konsumenten ist da und die social medias tun ein Übriges.

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Anm. d. Red.: Am 10. Februar 2022 werden wir im Rahmen einer Online-Konferenz auf Maximilan Herzog treffen, der sich dann in der Manufaktur Vegas de Santiago in Costa Rica aufhält.
www.artofsmoke.de/d8-manufaktur-visite/