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02-08-23 11:45 Alter: 213 days

VON:GH

Die Kultur beginnt beim Anzünden

Berlins Zigarrenhändler Maximilian Herzog bietet nicht nur handgerollte Zigarren, sondern auch handgefertigte Fidibusse an.



Eine „herzogliche“ Hafenmanufaktur stellt die Fidibusse her.


23 Zentimeter lang und 5-6 Millimeter breit – alles andere ist für Berlins Zigarrenhändler ein „Scheit“.


Das kann vermutlich jeder unterschreiben.


Eleganz und Präzision …

Die Holzblätter aus den Zigarrenkisten werden in der „Herzoglichen Fidibus-Manufaktur“ mittels eines stabilen Papierschneiders in 5-6 Millimeter breite „Fäden aus Holz“ verwandelt. Je nach Kiste entstehen dabei Fidibusse mit einer Länge von ca. 23 Zentimetern.

Diese kommen in eigens angefertigte Pappschachteln und stehen dann dem kulturbeflissenen Zigarrenraucher zur Verfügung.

Man zündet den Fidibus an einer beliebigen Flamme an und hält ihn dann so an das Brandende der Zigarre, dass dort ein maximal zwei Millimeter breiter Rußrand entsteht.

Max Herzog nennt seine Fidibusse auch „Fäden aus Holz“ und vermeidet den Begriff „Span“, da seiner Ansicht nach ein solches Holzstück maximal die von ihm produzierte Breite von 5-6 Millimeter haben darf, anderenfalls sei es ein „Holzscheit“ – wobei alleine schon sein Gesichtsausdruck die Verwerflichkeit eines derartigen Anzündens missbilligt.

In anderen Zigarrenraucherkreisen geht man hin und bricht ohne Hilfsmittel ein breites Stück aus dem Holz, um damit die Zigarre anzuzünden.

Es wird also viel Diskussionsstoff geben, sowohl am 11. August bei der Zigarren-Landpartie und dem dortigen Fidibus-Wettbewerb, als auch beim Fidibus-Wettbewerb am 28. September im Osthafen, der Casa del Habano von Maximilian Herzog.

Bis dahin wollen wir Material zum Thema „Fidibus“ sammeln. Woher kommt das Wort? Wie lautet die Übersetzung? Welche „historischen“ Quellen gibt es? … u. s. w.

Einsendungen bitte ausschließlich an fidibus(at)artofsmoke.de • Natürlich findet eine Honorierung statt, in Form von Tabakblättern. Bei umfangreichen Quellen frage man bitte vorher, welches Honorar möglich ist.